Senat lässt vegane Kinder doppelt zahlen!
Die Senatsverwaltung verbietet den Bezirksämtern offenbar, vegane Kinder im Rahmen einer Einzelfallentscheidung von der Essensgeldpauschale zu befreien. Bisher war das auf Antrag möglich. Wir suchen betroffene Eltern!
Uns liegt ein entsprechendes Schreiben vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg vor - eine Familie hatte Widerspruch eingelegt, nachdem die Einzelfallentscheidung plötzlich zurückgezogen worden war. Der Widerspruch wurde abgelehnt. In der Begründung heißt es:

Mit der Anpassung der Essensgeldpauschale im Februar 2014 auf 37.00 € kam es vermehrt zu Anfragen hinsichtlich der Befreiung von den Kosten der Essenbeteligung. Durch die Senatsverwaltung wurde daher eindeutig festgelegt, dass selbst bei veganer Ernährung die Verpflegungskostenpauschale des Kostenbeitrages für die ergänzende Förderung und Betreuung nicht mehr gekündigt werden kann.
(Vollständiger Bescheid: Seite 1, Seite 2)
[Update 8.12.14: Seite 1 wurde von uns ausgetauscht. Siehe Update am Ende des Beitrags.]

Die Senatsverwaltung verweigert veganen Kindern nun also nicht mehr ’nur’ das Mittagessen, indem den Caterern untersagt wird, veganes Essen zu liefern, sondern lässt Kinder, bzw. deren Eltern dafür auch noch doppelt zahlen. Dieses Geld fehlt weniger wohlhabenden Familien am Monatsende! Das ist dreister Diebstahl!!
Am Anfang hat Dirk Medrow, Koordinator vom ‚Landesprogramm für die gute gesunde Schule’ noch behauptet, ihm seien keine weiteren ‚Fälle von veganen Kindern bekannt und Veganismus sei nicht verbreitet genug, und damit der Aufwand veganes Essen anzubieten zu groß. Offenbar hat sich das seit unserer Aktion1 geändert. Inzwischen kommt es also ‚vermehrt zu Anfragen hinsichtlich der Befreiung von den Kosten der Essenbeteligung’ - und ‚daher’ (!) verbietet die Senatsverwaltung den Bezirksämtern ‚eindeutig’ (!) gerechte Entscheidungen zu fällen: nämlich Kinder das Essen nicht bezahlen zu lassen, das sie überhaupt nicht geliefert bekommen!
Also erst waren wir zu wenige… nun sind wir zu viele! Was denn nun, Herr Medrow?!
Die betroffene Familie möchte dagegen klagen. Darum suchen wir jetzt nach weiteren Betroffenen - wer von euch hat die Befreiung von der Essensgeldpauschale beantragt? Wer hat auch so einen Bescheid erhalten?
Bitte meldet euch, damit wir gemeinsam unser Vorgehen planen können!
UPDATE [8.12.14]
Der / die Bearbeiter*in des Widerspruchbescheids hat uns ‚rechtliche Schritte’ angedroht, falls wir seinen / ihren Nachnamen und die dienstliche Telefon-Durchwahl nicht aus dem oben verlinkten Dokument herausnehmen, und zwar ’noch heute’, was noch nicht einmal ansatzweise eine angemesse Frist ist. Auf Wunsch der betroffenen Familie haben wir die Angaben geschwärzt.
Hätte die Person es zunächst höflich und mit ‚Bitte’ sagen probiert und sich vor allem direkt an uns gewandt, statt an die betroffene Familie, hätten wir es auch dabei belassen. Da uns aber gleich rechtliche Schritte angedroht wurden, möchten wir diese Schritte doch zu gerne kennenlernen und veröffentlichen Namen und Durchwahlnummern der Personen, die im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg für die ‚Gutscheinfinanzierte Tages– und Hortbetreuung’ verantwortlich sind, hier an prominenterer Stelle als zuvor:
Herr Hansel
Gruppenleiter
Tel. (030) 90298-3418
Frau Jungclaus
stellvertretende Gruppenleiterin
Tel.(030) 90298-4382
Diese Daten sind offen im Internet zugänglich auf der Internetseite des Bezirksamts und durch eine einfache und naheliegende Google-Suche zu finden.
Wir freuen uns auf Post vom Rechtsamt! :D
Bitte teilen!!
Auf der einen Seite ist es natürlich richtig, dass solch eine gut gemeinte Aktion des Senates von Berlin ein warmes Essen allen Kindern sichern soll, auch solchen, die sonst eben gar kein Essen haben. Andererseits muss es Ausnahmen geben, wenn der Caterer nicht das Essen liefern kann, was der Schüler, die Schülerin essen kann. Anscheinend liegt es aber nicht Caterer, wenn kein veganes Essen geliefert wird, sondern an einer Weisung des Senates. DAS ist das Verrückte an der Sache, das ein paar dumme Menschen einfach entscheiden dürfen, was andere essen sollen. Nur um die allgemeine Ernährungsdummheit weiter als eine gesunde Ernährung zu verkaufen…
Unglaublich!! Wird Zeit, dass was passiert…
Dass es auch anderst geht, zeigt diese Hort-Einrichtung. Dort gibt es mittags NUR NOCH VEGANE Kost. Das haben die Kinder nach einem Testlauf selbst entschieden, weil es ihnen einfach besser schmeckt: http://www.awo-hort-gablingen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=28&Itemid=100007
Update: Bezirksamt droht uns mit ‚rechtlichen Schritten’: http://t.co/kNMNJbbMvU - #Vegan #Kinder #Schulessen
Ganz schlecht ist durch Ignoranz und finanzielles Erschweren das Selbstbestimmungsrecht der Leute mit Füssen zu treten.